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Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk (FBH)

Das FBH

Unternehmertum und Berufsbildung bedingen sich im Handwerk. Meister bilden Gesellen in ihrem Unternehmen aus- Gesellen machen den Meister und gründen oder übernehmen Unternehmen. Das hat eine lange Tradition und ist zukunftsfähig. Jährlich erhalten mehr als 20.000 Frauen und Männer ihren Meisterbrief, die ganz überwiegend vorher ihre berufliche Ausbildung in Handwerksbetrieben in Deutschland gemacht haben. Die Phase der Berufsorientierung, die duale Ausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen und die geregelte und freie Fort- und Weiterbildung etwa in Kompetenzzentren der Handwerkskammern prägen die Berufsbildung im Handwerk. Wir im Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk (FBH) an der Universität zu Köln sind die Leitstelle für Berufsbildungsforschung im Deutschen Handwerksinstitut (DHI, Berlin), einem Verbund von fünf Forschungsinstituten.

Das FBH wird gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Bundestages, die Wirtschaftsministerien der Länder sowie den Deutschen Handwerkskammertag.

Kompetenzfelder

Berufsbildung mit ihrer Ausstrahlung auf die Wirtschaftsstruktur im Handwerk zu erforschen, bedeutet Menschen im Handwerk zu verstehen.

Die Forschung des FBH zeichnet sich daher in einem hohen Maße durch qualitative Ansätze aus, die ein tieferes Verständnis von Zusammenhängen ermöglichen. Hierüber lassen sich beispielsweise Fragestellungen zur Qualifikationsfrüherkennung, zur Fachkräftesicherung oder der Gestaltung von digital gestützten Lernprozessen bearbeiten.

Inhaltlich geht auch darum, über Karriereverläufe bzw. Berufslaufbahnen im Handwerk, ins Handwerk und aus dem Handwerk heraus Erkenntnisse zu gewinnen, die quantitativ breiter fundiert sind. Seit mehreren Jahren befragen das Institut Handwerksmeister, welche wirtschaftlichen und beruflichen Effekte der Meisterbrief hat (Meister-Absolventenstudie). Weitere Arbeiten, die mit quantitativen Methoden empirischer Sozialforschung arbeiten, befassen sich etwa mit Befragungen zur Berufsorientierung oder der Evaluation von überbetrieblichen Bildungszentren des Handwerks aus der Perspektive von Auszubildenden und Ausbildungsbetrieben.

Die Expertise bei der Gestaltung von Curricula und die Kompetenz gewerkespezifische Besonderheiten und Zusammenhänge zu berücksichtigen ist Voraussetzung für die Leitstellenfunktion des FBH  bei der Erarbeitung von Meisterprüfungsverordnungen.

Kooperation und Vernetzung

Das FBH arbeitet im Rahmen der Wissenschafts-Praxis-Kommunikation mit allen relevanten Institutionen, die für die handwerkliche Berufsbildung relevant sind, zusammen:

  • auf der Ebene der curricularen Gestaltungsarbeit beispielsweise mit den Ministerien und den Sozialpartnern, die für die Meisterprüfungsverordnung zuständig sind,
  • auf der Ebene der Bildungspolitik mit Kammern und Verbänden sowie ihren Spitzenorganisationen,
  • auf der Ebene der didaktischen Umsetzung von Lernprozessgestaltung sowie der Feststellung von Kompetenzen mit Bildungszentren des Handwerks und den dort arbeitenden Ausbilderinnen und Ausbildern, Prüfungsausschüssen sowie mit Schulen
  • auf der Ebene konkreter Forschungsprojekte mit einer Vielzahl von berufs- und wirtschaftspädagogischen Instituten vorwiegend an Universitäten in Deutschland

Today’s ideas. Tomorrow’s impacts.

Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Nachhaltigkeit der Energiewende, Regionale Netzwerke in einer globalen Welt sind Themen, die von Menschen getragen werden und für die Menschen qualifiziert werden müssen. Daran geknüpft sind berufspädagogische Fragestellungen. Wir im FBH greifen diese auf.

So werden wir beispielsweise in mehreren Projekten der BMBF-Initiative „InnoVET: Zukunft gestalten – Innovationen für eine exzellente berufliche Bildung“ mitwirken, um die berufliche Weiterbildung über verschiedene Karrierestufen hinweg an die Herausforderungen der Zukunft angepasst zu gestalten.